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windige Tipps zum Bemalen von Drachensegeln aus Spinnacker


Warum werden die meisten schönen Drachen in so mühevoller Kleinarbeit aus farbigen Segeltuchelementen in Patchwork- oder Applikationstechnik zusammengenäht? Weil das Bemalen von Spinnacker wirklich eine heikle Angelegenheit ist! 
Manche Drachensegeltuche sind unbeschichtet und haben die selbe Problematik wie ein zu bemalendes Löschpapier oder ein Seidentuch. Manche Segeltuche haben Beschichtungen mit Anteilen von Silikon, auf dem definitiv keine Farben sinnvoll haften können. Aber auch bei Vorliegen eines geeignet beschichteten Spinnackertuches (wie z.B. bei den bei uns erhältlichen Blanko-Drachen aus Spinnacker) bleibt dies ein sehr anspruchsvoller aber wegen seiner Transparenz auch sehr verlockender Malgrund.
Gegenlicht-Bsp.:
H. G. Heidolph,
ohne Titel, 1997,
Acryl auf PE-Spinnacker,
(Drachensegel-Ausschnitt)
 

Insbesondere die Farbauswahl und das Aufbringen der Farbe ist bei diesem dünnen, glatten, dehnbaren, wasser- abweisenden und transparenten Segelmaterial so unterschiedlich im Vergleich zum Bemalen von Papier oder Leinwand, dass wir eine spezielle Info hierüber für unerlässlich halten. 
Die folgenden Tips und Empfehlungen erfolgen nach bestem Wissen ohne Gewährleistung oder ableitbare Haftung. Sie befreien also nicht von der Notwendigkeit eigener Tests und Versuche - weshalb ja jedem unserer Blanko-Drachen ein Tuchstreifen für Farbtests beiliegt. Bedenken Sie die Möglichkeit von Rezepturänderungen seitens der Hersteller der namentlich genannten Farbprodukte. Und: Nutzen Sie die Kompetenz des Farbenfachhandels zur persönlichen Beratung beim Farbenkauf. Beachten Sie die Ihrem Blanko-Drachen beiliegenden Informationen vollständig und vor allem bevor Sie mit dem Bemalen beginnen. Und das ist die für eine Diskussion notwendige, korrekte Bezeichnung dieses Malgrundes:  ein ca. 0,07 mm dickes Gewebe aus Nylon oder Polyester mit einer  meist einseitigen Beschichtung aus Polyurethan (PU, auch bezeichnet als Polycarbonat oder Lexan).

 
Die empfehlenswerten Farbsysteme für PU-beschichtete Spinnackertuche

 

1. Tipps zum Gestalten mit permanenten Markern


"Filzstifte“ haben unter Kunstmalern oftmals kein gutes Image! Dennoch kann man mit ihnen durchaus anspruchsvoll gestalten, z.B. mit der Technik der Verwaschung mittels Alkohol (mit Propanol anfeuchten und die angetrocknete Markerfarbe auf Alkoholbasis damit wieder anlösen um lasierende oder fließende Mischeffekte zu erreichen, vgl. Farbtest Foto unten).
 
Farbtest Edding permanent marker auf Spinnackernylon: Blätter rechts nachträglich mit Propanol auf Wattestäbchen verwaschen  
 
Eine wirklich gleichmäßige Farbfläche im Gegenlicht lässt sich mit diesen Stiften nicht herstellen! Für strichbetonte Techniken des Zeichnens oder für Texte / Unterschriften sind sie jedoch auf dem Segeltuch der Blankodrachen durchaus empfehlenswert, sofern lichtechte Sorten mit guter Oberflächenhaftung benutzt werden.

Ein echter Pluspunkt ist die kurze Trockenzeit der Tuschen auf Alkoholbasis von nur wenigen Sekunden. Für Schnellzeichner, Karikaturisten und auch Kindergeburtstage ergibt sich hier ein echter Produktvorteil.

Die Lichtbeständigkeit ist bei einigen dunklen Farbtönen in manchen Produktreihen sogar recht hoch - meist jedoch (vor allem in größeren Farbpaletten im Bereich der gelben und roten Farbtöne) eher mangelhaft.

Es wurden, z.T. von der Edding Schreibgeräte GmbH in Ahrensburg selbst, alle denkbar in Frage kommenden edding Stifte auf Nylon- und Polyestersegeltuchen getestet. Ergebnis: die meisten bröseln schon bei leichtem Knittern von der Tuchoberfläche... Beim Einkauf für das Bemalen von Blanko-Drachen sollten Sie also bei der großen Vielfalt an Filzstiften und Markern auf folgende Aspekte achten:
- Stifte sollen „permanent“ sein, also wasserfest (Regen, feuchtes Gras, feucht abwischbar...)
- der Hinweis „für fast alle Oberflächen“ deutet meist auf gute Farbhaftung hin
- testen Sie den Stift auf einer glatten Kunststofffolie: nach wenigen Sekunden sollte die Farbe mit dem feuchten Finger nicht mehr verwischbar sein. 
- meiden Sie für diesen Zweck sog. Lackmarker, die Farbschicht trocknet z.T. zu dick und zu wenig flexibel auf
- fragen Sie immer nach möglichst lichtechten Qualitäten; meiden Sie grundsätzlich sog. „Leuchtfarben“, denn die verblassen regelmäßig am ehesten

Empfehlung für anspruchsvolle Zeichner:
LUMOCOLOR permanent von STAEDTLER gibt es in verschiedenen Farben und Strichbreiten aber das besondere: die beiden Farben Schwarz und Dunkelblau sind lichtecht!

Empfehlung für ungeduldige Zeichner, denen die Lichtechtheit egal ist:
PERMANENT MARKER von EDDING sind Tuschestifte auf Alkoholbasis. Diese Tusche gibt es in 20 Farben aber manche Stift-Typen gibt es nur in den Basisfarben 1-4 . Folgende Artikel kommen in Frage:
edding 3000 mit Rundspitze
edding 3300 mit Keilspitze
edding T25 Nachfülltusche in Gläschen nur in den Farben 1 -10

Vorteile von edding permanent markern:
- trocknen in wenigen Sekunden
- Grundfarben in fast jedem Schreibwarenladen vorrätig
- als Marker und Flaschentusche (s. Foto unten) erhältlich/ kombinierbar

Nachteile von edding permanent markern:
- geringe UV-Beständigkeit / Lichtechtheit
- extrem fleckige Farbflächen, selbst bei sehr kleinen Flächen
- Haftung der Farben nur mäßig gut, sie lassen sich beim Walken abreiben
- kein CE-Zeichen
- nur extrem gut sortierte Schreibwarenhändler haben wirklich alle Farben
- Alkoholverwaschungen oder das Malen mit Pinsel aus dem Glas (Nachfüll-Tuschen) ist nicht für Kinder geeignet.

Fazit bzgl. permanent marker:
Nichts für sehr hohe Ansprüche an Qualität und Haltbarkeit!
Aber ein wirklich ausreichend großes Farbspektrum an extrem schnell trocknenden preiswerten Farben! Also, ideal für den Kindergeburtstag, wenn der Drachen auch sofort fliegen muss.
 
 

 

 

2. Tipps zum Gestalten mit luftfixierenden Textilfarbstiften

 
Diese Farbsysteme wurden für Naturfasern wie Baumwoll-T-Shirts, Bettwäsche etc. entwickelt und erreichen (z.T. auch ohne Hitzefixierung) Waschmaschinenfestigkeit teils bis zu 90°C - auf Natur-Geweben! Weil das temperaturempfindliche Segeltuch der Blankodrachen keine Bügeleisenfixierung verträgt, sind diese Farben durch ihre (ohne  Hitzefixierung verlangsamte!) Luftfixierung von besonderem Interesse. Aber: Dieses Segeltuch ist nun wirklich keine "appreturfreie Naturfaser" sondern eher das genaue Gegenteil: beschichtetes Synthetikgewebe, das die Farbe nicht aufsaugt.

Dieser Umstand führt einerseits dazu, dass, sofern ungewollte Trockenränder beim Farbauftrag vermieden werden, mit diesen Farbstiften erstaunlich homogene Farbflächen angelegt werden können aber andererseits der Vorgang der Luftfixierung extrem verlangsamt ist: der Farbauftrag ist nach einigen Minuten trocken, bleibt aber für ein paar Tage noch mit den Fingern „radierbar“ und feuchtigkeitsempfindlich, dann aber, nach etwa 2 bis 3 Wochen! sind diese Farben auf diesem Malgrund erstaunlich abriebfest und wetterbeständig.

Weil das Segeltuch nicht saugfähig ist, sind diese Farben hierauf einerseits sehr ergiebig aber im Gegenlicht auch deutlich blasser als bei einem Baumwollstoff, so dass nur kräftige Farben verwendet werden sollten und diese meist mehrfach aufzutragen sind, wobei sich die dünnen Farbschichten auch hervorragend mischen lassen (vgl. Fotos unten: vor dem Übermalen  etwa 1 Tag trocknen/teilfixieren lassen). Tipp: Legen Sie sich aus den zur Verfügung stehenden Farben eine „Farbkarte“ auf einem Tuchstreifen in der Qualität des Drachensegels an mittels Farbprobestreifen, die sich im Winkel von 90° kreuzen. Es ergeben sich so aus einer relativ kleinen Anzahl von 6 bis 10 verschiedenen Stiften bereits ein paar hundert verschiedene Farbtöne durch additive, trockene Farbmischung übereinander gelagerter Farbflächen.
 

Es gibt mehrere Hersteller vergleichbarer Produktreihen an Textilfarbstiften. Wie z.B. Javana Fashion Pen von C.Kreul oder Waco Stoffmalstifte von Knorr Prandell. Am leichtesten verfügbar dürften wiederum die T-SHIRT MARKER (edding 4500 mit CE-Zeichen als ungiftige Spielware zugelassen) aus dem Hause Edding sein. 

einige Verarbeitungshinweise
- vermeiden Sie allzu helle Farben, denn im Gegenlicht wird der Farbauftrag relativ blass wirken, was nur durch mehrere Farbschichten, die alle erst trocknen müssen, halbwegs ausgeglichen werden kann;
- das Segeltuch sollte vor dem Farbauftrag sauber und fettfrei sein; ggf. mit Propanol abwischen.
- Die dünnflüssige Farbe kann durch die Nadelstiche im Außensaum des Segels vom Nähfaden angesogen werden und dann in den Saum „bluten“, was dann fleckig wirkt. Außerdem lässt sich im Bereich des Saumes, wo der Stoff dreifach liegt und vernäht ist, naturgemäß die Farbe nicht so durch mehrere Farbschichten mischen wie dies innerhalb der einfachen Segelfläche möglich ist. Deshalb empfiehlt es sich ggf. den Drachen nur bis zum Saum und nicht über die Naht hinaus zu bemalen.
- Legen Sie beim Aufbringen von Farbe stets ein Blatt zwischen Handballen und Drachensegel (s. Foto oben links), so vermeiden Sie es, angetrocknete aber noch nicht fixierte Farbschichten mit der Haut zu verwischen.
- Vermeiden Sie ungewollte Trockenränder beim Anlegen größerer Farbflächen, dazu Farbfläche vor dem Ausmalen mit schwarzem Permanentmarker definieren/ konturieren (s. Foto oben links).

 Vorteile:
- Die Endresultate sind (mit etwas Übung) die besten homogenen Farbflächen, die ohne Airbrush/ Spritztechnik oder Siebdruck auf diesem transparenten Malgrund möglich sind!
- Die fertig fixierte Farbe ist extrem dehnbar, knitter- , abrieb und wasserfest.
- Durch den gleichmäßigen dünnen Farbauftrag sind mehrere Schichten mit interessanten Mischeffekten möglich.
- Der große Tankinhalt bewirkt hohe Reichweite und damit ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.
- Farbsystem ist auf Wasserbasis, ungiftig und mit CE-Zeichen „kindergartenempfehlbar“; keine Vor- oder Nachbehandlungen notwendig, Farbreste im Stift können zur anderweitigen Textilgestaltung genutzt werden

Nachteile:
- extrem lange Trocknungs- bzw. Fixierzeit;
- Lichtechtheit ist geringer als bei Pigmentfarben aber ausreichend für den Hobbybereich;
- durch die dünne Farbschicht müssen die Flächen oft mehrmals bemalt werden, um im Gegenlicht genügend intensive Farbsättigung aufzuweisen.

Fazit bzgl. luftfixierender Textilfarbstifte: Nichts für Ungeduldige!
Aber die einzige wirklich für Farbflächen taugliche Farbe ohne großen (Spritz-) Technikaufwand. Also, für jeden der mit Zeit und Plan aber minimalem Werkzeugeinsatz ein Drachensegel gestalten möchte, ist dies die ultimative Empfehlung. Kontrastierende Farbflächen sind für die Fernwirkung so zentral wichtig, dass diesen Farben wirklich besondere Bedeutung zukommt. Für Kinder sind sie wegen ihrer Ungiftigkeit und einfachen Anwendung besonders empfehlenswert,- immer vorausgesetzt es liegen ein paar Tage oder am besten 3 Wochen zwischen der Gestaltung und dem Einsatz auf der Drachenwiese. Aber diese Zeitspanne lässt sich ja z.B. im Kunstunterricht leicht realisieren oder aber mit etwas Geduld und dem Einsatz eines normalen Haarföns (nicht Heißgebläse!!!) abkürzen...


 

3. Tipps zum Gestalten mit Acrylpigmenten für Airbrush & Pinsel

 
Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Anbietern, die gute Airbrushfarben für die speziellen Untergründe im Modellbau (Lexan und somit auch für die hier relevante abschließende Tuchbeschichtung Polyurethan bzw. Polycarbonat) bereithalten. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede beim Bemalen zwischen einer Modellautokarosserie und beschichtetem Segeltuch. Die meisten Farben mit sog. zusätzlichen haftungsverstärkenden Zusätzen oder Grundierungen sind dann doch nicht elastisch genug oder müssen heiß fixiert werden oder, oder, oder.... Es gibt bekanntlich viele Wege nach Rom! Hier nun der uns bislang bekannte „Königsweg“:
 
AERO COLOR PROFESSIONAL von der Firma Schmincke sind Künstlerpigment-Acrylfarben auf Wasserbasis von sehr hoher Qualität und Beständigkeit in 36 mischbaren Farbtönen. Diese Farben für Airbrush oder Pinsel haben eine sehr gute Haftung. Der Clou: für dehnbare Untergründe wurde ein die Haftung weiter verstärkendes Malmittel in Form einer vermischbaren Polyurethandispersion (eigentlich für Leder gedacht) entwickelt, die die ideale chemische Verbindung zwischen der Farbe und der Segeltuchbeschichtung herstellt. Diese wässrige Polyurethandispersion entstammt dem gleichen Farbsystem wie die Pigmentfarben heißt AEROCOLOR LACK und dient somit als Grundierung, Verdünnung und  Abschlusslack.
   
 
  Aerocolor auf Spinnacker: experimenteller Farbauftrag mit verschiedenen Pinseln, Federn, Kämmen und Spachteln ...

einige Verarbeitungshinweise für Spinnackertuche:
 

1. Grundierung mit Aerocolor Lack

Aerocolor Lack ist eine wässerige Polyurethandispersion und somit ideal als haftungsverstärkende Grundierung, Verdünnung und als Abschlusslack  von PU-beschichteten Segeltuchen geeignet. 

- Bereiten Sie die Grundierung zu aus 1 Teil Aerocolor Lack und 1 Teil Wasser (Verhältnis 1/1 kräftig schütteln!)
- Die klare (nun dünnflüssige) Grundiermischung mit einem breiten Pinsel oder Airbrush auf das liegend aufgespannte Segel dünn, zügig und gleichmäßig auftragen. Das Tuch sollte natürlich sauber und fettfrei sein - ggf. mit Alkohol (Propanol) abwischen.
- Für 0,5m² Segelfläche wird etwa die Füllmenge eines Eierbechers benötigt, bereiten Sie aber etwas mehr zu, denn die Grundiermischung eignet sich weitaus besser zum Verdünnen der Farben als reines Wasser (Bindemittelverarmung).
- Der Grundiermischung können bereits kleine Mengen Farbe beigegeben werden (z.B. als lasierender Hintergrund). Bedenken Sie aber, dass die Grundiermischung recht schnell trocknet - nach wenigen Minuten würde der Pinsel „schmieren“, denn nach ca. 1 Stunde ist die Grundierung trocken genug für den eigentlichen Farbauftrag.

 

2. Malen mit Aerocolor

Alle Aerocolor Professional Farbtöne sind untereinander mischbar. Bitten Sie Ihren Farbenfachhändler, Ihnen  einen Sortenprospekt der Fa. Schmincke zu besorgen, denn die dort enthaltenen Farbskalen, Verarbeitungshinweise und Zusatzausstattungen, wie z.B. leere Pipett-Glasflaschen zum Anmischen und Aufbewahren „Ihrer“ Farbtöne, werden Ihnen helfen, Ihr Equipment optimal auszugestalten.

- Vor jeder Farbentnahme die Pipettfläschchen gut schütteln, damit sich die abgesetzten Pigmente gleichmäßig verteilen. Nach langer Lagerung von über einem Jahr nicht verzweifeln, ... weiterschütteln...
- Seien Sie sparsam bei der Entnahme, denn die Ergiebigkeit ist wegen der Saugschwäche des Malgrundes enorm.
- Testen Sie Ihre Malschritte auf einem eigenen Tuchstreifen für Farbtests und kontrollieren Sie sie auch im Gegenlicht.
- Bemalen Sie das Tuch waagrecht liegend, um ungewolltes Verlaufen (Nasen) der dünnflüssigen Farbe zu vermeiden.
- Reinigen Sie Pinsel für Farbwechsel im Wasserbad, lassen Sie überschüssiges Wasser aus der Pinselspitze in ein (Papier-)Tuch saugen und verwenden Sie zum Verdünnen der Farben die Grundiermischung. Die Farben sind so intensiv, dass es sich empfiehlt, beim Malen eine Farbfolge „von hell nach dunkel“ einzuhalten. Nach dem Malen Pinsel abschließend mit etwas Handspühlmittel auswaschen. 
- Vermeiden Sie allzu dicke Farbschichten / -pfützen beim Farbauftrag, denn dadurch könnten beim Knittern und Walken des Tuches (Auf- und Abbau des Drachen) Haftungsprobleme (von Haarrissen bis hin zum Abblättern) hervorgerufen werden.
- Der Farbauftrag (ohne Pfützen!) ist etwa nach einem Tag getrocknet. Erst dann sollten Sie ggf. eine Gestaltung der Rückseite des Segels beginnen oder den Schlusslack auftragen. 
- Beachten Sie beim Anlegen übereinander liegender Farbschichten deren Helligkeitswerte und Mischwirkung im Gegenlicht (... immer zuerst auf extra Tuchstreifen testen!).

 

3. Der Schlusslack

Die Pigmente unterschiedlicher Farben bedingen durch ihre verschiedenen Größen einen unterschiedlichen Oberflächenglanz, der durch einen Schlusslack vereinheitlicht werden kann. Neben einer homogeneren Textur bietet ein Schlusslack aber auch einen gewissen Schutz vor mechanischen Beanspruchungen. Wir empfehlen als Schlusslack das gleiche Gemisch aus Aerocolor Lack und Wasser wie bei der Grundierung (s. oben). Da die verwendete Polyurethandispersion zwar wasserfest aber dennoch durchlässig für Wasserdampf ist, werden die aufgetragenen Farbschichten in der Nässe von Regen oder beim Reinigen mit einem nassen Schwamm reversibel weich - d.h. sie weichen vorübergehend etwas auf. Deshalb sollte das bemalte Segel bei Feuchtigkeit keinen allzu großen mechanischen Belastungen ausgesetzt werden!

Diese beratenden Hinweise erfolgen ausdrücklich ohne Gewährleistung und unter explizitem Haftungsausschluss, d.h. sie befreien nicht von der Notwendigkeit eigener Tests und Versuche durch den Anwender! Wir weisen auch darauf hin, dass diese Farben und Hilfsmittel als hochwertige Künstlerfarben naturgemäß kein CE-Zeichen tragen, und deshalb (trotz der relativ geringen Toxizität) Kinder damit nur unter gewissenhafter Aufsicht arbeiten sollten - auf jeden Fall aber sollten Sie zum Anmischen von Grundierung oder Schlusslack niemals Getränkeflaschen verwenden.
 

Aerocolor per Aquarellpinsel ...
 
Aerocolar per Moosgummi-Stempel ...

Vorteile:
- dieses Farbsystem lässt sich in allen wichtigen Techniken einsetzen: Tuschepinsel, Aquarellpinsel, Feder, Airbrush ...
- alles ist individuell mischbar, also unendlich viele Farbtöne, Künstler kann „seine“ Farben exakt herstellen
- im trockenen Zustand (bereits nach 1 Tag) ist die Oberfläche extrem dehnbar, knitterfest und abriebfest und die Pigmentfarbe besitzt eine sehr hohe Lichtechtheit;
- lässt sich nass in nass oder in trockenen Schichten mehrfach übermalen, lasierend mit der beschriebenen Verdünnung oder so intensiv deckend dass auch „hell auf dunkel“ gemalt werden kann;
- trocknet zügig ohne zu stressen;
- ist auf Wasserbasis (keine giftigen Lösungsmittel, Pinsel können im Waschbecken gereinigt werden)
- Gläschen mit Pipette ermöglichen sauberes und einfaches Arbeiten /  exaktes Mischen
- Grundierung unterbindet weitgehend den Kapillareffekt des Nähfadens im Saum, der sonst dünnflüssige Farben durch den Nadeldurchstich zwischen die Tuchlagen des Saumes zu ziehen droht .

Nachteile:
- Natürlich sind die Farben wasserfest, aber PU ist wasserdampfdurchlässig und wird in der Nässe weich, was eine höhere Kratzanfälligkeit bei Nässe zur Folge hat (die beim Trocknen dann wieder völlig verschwindet) Also: Bei Nässe reduzierte mechanische Belastbarkeit der Farboberfläche!
- für perfekte monochrome Farbflächen ist auch hier technischer Aufwand nötig (= geht nur mit Airbrush)
- als Künstler- und Marken-Farben nicht ganz billig in der Anschaffung (- aber dennoch preiswert im Verbrauch).

Fazit:
Mit Abstand das Beste uns bekannte Farbsystem auf dem Markt für diesen Zweck. Voller experimenteller Möglichkeiten, ungiftig und unter Aufsicht ,z.B. im Kunstunterricht, auch für Kinder geeignet (als echte Künstlerfarben fehlt ihnen jedoch das CE-Zeichen). Auf jeden Fall „galerietauglich“ und unbedingt empfehlenswert!
 
 

4. Tipps zum Gestalten mit katalysierten Siedruckfarben


Mehrkomponenten-Farben für Siebdruck
Die Siebdrucktechnik hat aufgrund ihrer Eignung, gewebte Tuche zu gestalten und der lichtechten, relativ dicken Farbschicht seit wenigen Jahren spezielle Farben für Nylon und Polyestergewebe entwickelt, die selbst im Außenbereich unvergleichlich gute Beständigkeiten des Farbauftrages auf diesem Tuch ermöglichen. Es handelt sich dabei um katalysierte Farben mit begrenzter Tropfzeit, d.h. Verdünner, die eigentliche Farbe und ein Härter oder Katalysator werden kurz vor dem Farbauftrag in einem aufs Gramm genau einzuhaltenden Verhältnis gemischt und sind dann für eine gewisse Zeitspanne verarbeitungsfähig, bevor die einsetzende chemische Reaktion die Farbe in sich abbindet und unbrauchbar macht. Aus diesem von 2-Komponenten-Klebstoffen her bekannten Prinzip (Farben sind ja eigentlich immer Klebstoff-/Pigment-Gemische) ergibt sich, dass neben der Trockenzeit des ausdünstenden Lösungsmittels eine chemische Aushärtezeit die Belastbarkeit des Farbauftrages definiert, wobei die Festigkeitszuwächse mit dem Zeitabstand seit dem Anmischen immer geringer werden. Die Konsistenz dieser Farben ist, je nach Verdünneranteil, von „milchig“ bis „leimig“ durchaus für höchst unterschiedliche Verarbeitungstechniken geeignet (z.B. Flachpinsel oder Tuschepinsel ...)

Aber:
Diese Farben sind gesundheitsschädlich während ihrer Verarbeitung und für Kinderhände absolut ungeeignet! Selbst passionierte Hobbymaler würden sich schwer tun mit dem Anmischen auf der Präzisionswaage und dem Reinigen und Entsorgen der Kontaktwerkzeuge und abgebundenen Reste. Außerdem die kleinsten verfügbaren Gebinde der Hersteller fassen i.d.R. mind.1 Liter je Farbton.

Also:
Schonen Sie Ihre Gesundheit und Ihren Geldbeutel und lassen Sie die Finger von diesen den Profis vorbehaltenen Farbsystemen. Bei unseren Serienprodukten stehen wir zu solchen Farben - wenn sie in einer (gesundheits-)technisch einwandfreien Siebdruckerei professionell verarbeitet werden. Aus diesem Grund erfolgt auch hier keine konkrete Produktempfehlung; nur so viel: wenn es denn unbedingt, ausnahmsweise und wider die Vernunft doch so ein Farbsystem auf dem Drachensegel sein muss, dann wenden Sie sich an eine Siebdruckerei in Ihrer Nähe, die Erfahrung mit Nylonstoffen (Schirme, Regenjacken, Trikots, Nylontaschen, Bootssegel etc.) haben mit der Bitte um Beratung und Kooperation.

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